Portugal
So. 17.05.2026 – Ausnahmezustand


Nach unserem dreiwöchigen Gastspiel in Wien sind wir am Freitag wieder auf unser Schifferl zurückgekehrt. Mit in unserem Gepäck ist ein neues Radar, das wir aus der Insolvenzmasse vom AWN bereits vor einiger Zeit ersteigert hatten, sowie einige Ersatzteile wie z.B. der neue Niederholer.




Auch ein neuer Windgenerator und das reparierte Vorsegel warten bereits in der Marina auf uns. So jetzt erst einmal frisch an die Arbeit, damit alles fertig montiert ist und wir dann möglichst bald starten können. Aber nach getanem Werk folgt das Vergnügen und wir lassen uns fachkundig von Miguel durch den Portweinkeller der Familie Ferreira führen.






Natürlich muss auch anschließend entsprechend die Qualität getestet werden. Uns sind schon in der Früh die Absperrgitter und riesigen Lautsprecheranlagen aufgefallen, die überall in der Stadt aufgebaut sind. Am Samstagnachmittag ist dann die Hölle ausgebrochen, denn der FC Porto hat die Meisterschaft gewonnen und gefühlt eine Million Fußballfans sind lautstark durch die Gassen gezogen.



Für uns ein Zeichen möglichst schnell die Flucht zu ergreifen, was sich aber als nicht so einfach herausstellt, denn alle Straßen sind gesperrt und es fahren einfach keine Busse! Dies irgendwo anzuschreiben wird jedoch nicht als notwendig erachtet, so etwas weiß man einfach. Genauso verhält es sich im Straßenverkehr, es gibt hier scheinbar keine Verbote nur Empfehlungen. Portugiesen bleiben einfach in zweiter Spur oder in Bushaltestellen stehen, machen die Warnblinkanlage an und gehen ihren Besorgungen nach. Heute wollten wir noch letzte Einkäufe beim Lidl machen, da sich ab Montag ein brauchbares Wetterfenster für unseren großen Sprung nach Irland anbietet. So entern wir den Bus nach Matosinhos, wo gerade auch ein großer Jahrmarkt stattfindet.


Die Autos parken wirklich überall, in jeder Grünfläche, Baustelle und zu beiden Seiten der Straße was dann echt ein Problem wird, denn der Bus kommt nicht mehr durch. Bei uns hätte die Polizei schon längst alle “Falschparker“ abschleppen lassen, hier jedoch kratzt es niemanden. Der Busfahrer bekommt Unterstützung von Passanten und quält sich Millimeter um Millimeter an den parkenden Autos vorbei und niemand hupt oder schimpft (zumindest haben wir nichts gehört) – hier sind die Leute einfach grundentspannt. Voll bepackt mit unserer Beute aus dem Supermarkt fallen wir noch im Burning Flame, einem Grillrestaurant, ein. Es wird von Roberto einem jungen, sehr ambitionierten Brasilianer geführt, der eine fantastische Küche aus seiner Heimat anbietet.




Wir bleiben mal wieder dort hängen und tratschen über Südamerika, warum er seine Heimat verlassen hat und wir unsere Zeit in Brasilien so genossen haben. Erst spät kommen wir wieder an Bord, aber was soll`s – wir sind jetzt eine gute Woche unterwegs bis wir an die Küste Irlands treffen, da haben wir genügend Zeit zum Ausschlafen. Nächster Wegpunkt – Fastnet Rock!