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Irland

So. 24.05.2026 – Crookhaven

Wir haben es nicht eilig, denn der Südwind soll in etwa 4-5 Tage stabil bleiben und da sind wir dann bereits aus der kritischen Zone raus. Nachdem wir noch genüsslich duschen waren, uns verabschiedet und die Schlüsselkarte im Marinaoffice abgegeben haben, sind wir bei einer schönen leichten Brise aus SO ausgelaufen.

unser frisch repariertes Vorsegel

Obwohl die Atlantikwelle im Gegensatz zu den Tagen zuvor sehr gemäßigt war, hat das Boot bei unserem Vorwindkurs ganz ordentlich gerollt. Untertags ja kein Problem, aber in der Nacht schmeißt es dich glatt aus der Koje. Eigentlich hatten wir noch einen Zwischenstopp in einer der Lagunen bzw. Vigo eingeplant, da der Wind aber so beständig war sind wir dann doch durchgefahren.

und das um 23 Uhr

Gleich nach der Hafenausfahrt hat uns über mehrere Stunden eine Delphinschule begleitet und am nächsten Tag haben wir den Blas eines Wales gehört und gesehen. Leider war er aber ein bisschen schüchtern und ist auf Abstand geblieben.Wir haben nur die Rückenflosse und den Ausstoß gesehen und können nicht mit Bestimmtheit sagen was es für ein Wal war, aber er hatte schon gut seine 10 m. Wir tippen ja am ehesten auf einen Finnwal aufgrund seines Schwimmverhaltens und des Blases. Sehr fischreich dürften hier die Gewässer sein, denn jeden Abend tauchen unzählige Fischerboote auf, die im Morgengrauen dann wieder in ihre Häfen zurückkehren. 

Teardrop of Ireland

Man merkt dass wir schon relativ weit nördlich sind, denn die Sonne geht erst gegen 23 Uhr unter und bereits vor sechs Uhr beginnt es zu dämmern – also kurze Nachtschichten in diesen Breiten. Nach gerade mal sechs Tagen sehen wir dann im Morgengrauen die Westküste Irlands und passieren nach 656 sm den Fastnet Rock, den legendären Leuchtturm sieben Meilen vor der Küste. Auch „Teardrop of Ireland“ genannt, denn es war das letzte Stückchen Heimat das die Auswanderer nach Amerika noch gesehen haben. Unser Ziel ist Crookhaven in der Grafschaft Westcork, ein kleines Dorf in einem tiefen Fjord mit dem altehrwürdigen Pub O’Sullivans. Wir waren schon vor ca. 20 Jahren mal hier und wir können nur sagen – es hat sich hier so gut wie nichts verändert.

Die Bojen sind immer noch frei benutzbar, wenn man nett fragt und den Abend im Pub verbringt. Der Besuch ist voller Erinnerungen – damals waren wir mit einem Charterboot hier. Am Samstagabend ist immer Livemusik und wir natürlich mitten drin. Leider ist damals der Strom ausgefallen und auch nicht wieder gekommen. Man nimmt es hier pragmatisch, stellt Kerzen auf die Tische und das WC, hängt ein Schild auf das die Küche geschlossen ist, gibt bekannt das die Zapfanlage nichtmehr funktioniert und es “nur mehr“ Flaschenbier gibt und alle sind zufrieden. Als Einziger hatte der irische Klampfenzupfer gemeint er kann ohne Verstärker nicht spielen (so groß ist der Pub auch wieder nicht). Ist ja kein Problem, ein Italiener hat sich ans Klavier gesetzt, ein Franzose (hatte große Ähnlichkeit mit Bud Spencer) hat sich zwei Löffel als Percussion geschnappt und wunderbar gesungen und schlussendlich hat sich auch der irische Musiker zum Mitmachen erweichen lassen. Wir hatten alle eine wunderschöne, feuchtfröhliche und vor allem lange Nacht. Der Hammer kam aber danach, denn in der Zwischenzeit hatte der Wind gedreht und somit auch die an den Bojen hängenden Schiffe. Es hat stark geregnet und ganz dichter Nebel (hatte bis dahin nicht gewusst, dass es alle drei Phänomene gleichzeitig geben kann) hatte die Bucht  eingehüllt, sodass man keine zwei Meter weit sehen konnte. So sind alle bedüselten Segler in ihre Beiboote gestiegen und haben ihre Schiffe gesucht, die natürlich nichtmehr dort gelegen sind wo man sie vermutet hatte. Sobald man eines der Schiffe gefunden hatte, hat man den Namen laut gerufen damit sich die Besitzer orientieren können. Ich glaube die Letzten haben ihr Boot erst nach ca. einer halben Stunde “gefunden“.

Tja, das sind Erinnerungen an die man sich gerne erinnert! Über den Rest hüllt man sich dann aber doch lieber in Schweigen.

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