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Irland

So. 05.07.2026 – Saisonende

und schon wieder ist unsere diesjährige Segelzeit vorbei. Wenn Andere ihre Schiffe erst  ins Wasser lassen, gehen wir schon wieder an Land. Wir bevorzugen nun mal eher die Vorsaison, wenn noch nicht alle unterwegs sind und die lokalen Leute sich noch über “Touristen“ freuen und nicht bereits genervt die Augen verdrehen.

Sommerhitze
Schwimmwettkampf
mit dem Nagler gehts schneller
Schiifs-Kosmetik

So haben wir in der letzten Juniwoche unser Schifferl schweren Herzens in Crosshaven in den Travellift gefahren und wieder auf die lange “Winterpause“ vorbereitet. Es ist schon ein komisches Gefühl bereits jetzt die Segel abzuschlagen, die Leinen in den Mast zu ziehen, den Motor mit Süßwasser und Frostschutz zu spülen und das Dinghy zu verstauen, wenn doch am liebsten bei diesem herrlichen Wetter noch einmal durchstarten möchte. Aber vereinbart ist eben vereinbart.

Cork

Cobh

Von hier ist die …
… Titanic gestartet

In Cork haben wir uns für eine Woche noch einen Mietwagen genommen um am Landweg mal wieder etwas von dieser wunderschönen Insel zu sehen. Wir waren ja schon ein paar Mal in Irland, aber es immer wieder schön diese ursprüngliche und immer noch sehr traditionelle Insel zu erleben. So sind wir gemütlich einen Teil des Wild Atlantic Way, eine 2.600 km lange Küstenstraße an der Westküste Irlands, abgefahren.

hier fallen Schiffe …
… nicht trocken, …
… maximal feucht
Irish breakfast
und immer Musik

Großteils hatten wir auch sehr schönes Wetter, auch am Ring of Kerry bis wir zu den grandiosen Klippen gekommen sind, da war nämlich dickster Nebel, sodass wir im totalen Blindflug die enge Küstenstraße entlang gezuckelt sind.

Dunboy Castle
Verschnaufpause

Zum Glück war kaum Gegenverkehr, aber trotzdem ein bisschen mehr Sicht wäre schön gewesen. Im Killarney National Park mit seinen herrschaftlichen Schlössern rund um die Seen und Wasserfälle hatten wir dafür wieder traumhaftes Wetter.

The Burren
Killarney NP
Inch Beach
Gallarus Oratorium

Auch auf der Halbinsel Dingle waren uns die Wettergötter gnädig gestimmt und wir hatten ein traumhaftes Sommerwetter und relativ wenig  andere Touristen. Der nächste Tag war eigentlich auch noch ganz passabel, zwar etwas bewölkt aber trotzdem gute Sicht. Jedoch direkt bei den Cliffs of Moher eine Nebelsuppe, dass man keine 10m weit sehen konnte.

Wer sieht die Klippen?

Ist aber eigentlich auch kein Wunder, denn wenn bei solch hohen Klippen die feuchte Luft hochgedrückt wird entsteht eben sehr leicht lokaler Nebel (wir hatten bei den Klippen aber auch schon mal gute Sicht, nur leider diesmal nicht). Die Dame beim Ticketschalter am Parkplatz erklärt uns gleich dass das Ticket auch am nächsten Tag noch gilt, sollten wir zu wenig sehen. Ist ja sehr nett, ausserdem gibt sie uns automatisch vergünstigte Seniorentickets – au backe, wir dürften langsam echt alt aussehen! In unserem B&B in Doolin haben wir dann erfahren, daß es ebenso einen gratis Shuttlebus von dort direkt zu den Klippen gibt – das sollte man eben vorher wissen.

Fish & Chips

Aber egal wir haben wieder einen gemütlichen Abend im Pub mit Livemusik und netten Tischnachbarn und so können wir diesen Tag auch verschmerzen. Als wir am nächsten Morgen aufstehen haben wir sogar ein paar Sonnenstrahlen, aber oben bei den Klippen wieder dicken Nebel und so machen wir uns direkt auf den Weg Richtung Dublin, denn die Zeit läuft uns langsam davon und wir wollen ja zumindest noch einen Tag in der Hauptstadt verbringen.

Ha`penny Bridge
Molly Darcey

So lassen wir uns zwischen Trinity College, Temple Bar und dem Liffey einfach ein bisschen durch die Menschenmassen treiben. Die Pubs im Bezirk Temple Bar sind zwar sehenswert, aber total touristisch – überteuert, überlaufen und haben grauenhaft laute von Verstärkern hämmernde Musik, die so gar nichts mit irischer Musik zu tun haben.

Howth
Abendessen gesichert
ach wieder nur Bier
da muss man auf …
… die Gezeiten achten

Daher flüchten wir regelrecht und kehren auf dem Weg zu unserem Quartier noch in einen kleinen heimeligen Pub ein, wo vier ältere Herren und eine Dame unsere Ohren mit typischen Klängen verwöhnen – so lässt man sich seinen letzten Abend gefallen bevor wir wieder nach Wien abheben.

Irland

Mi. 17.06.2026 – Country Cork

und ja wir schippern immer noch an der SW-Küste Irlands herum. Warum auch nicht? Hier ist es mit am schönsten, kleine nette Fischerorte, geschützte Ankerbuchten, schroffe Klippen  und kaum andere Schiffe (abgesehen von den lokalen Booten). Und wir wollen ja schließlich das Leben genießen und sind nicht auf der Flucht. Abgesehen davon, ist das Wetter die letzten beiden Wochen eher sehr durchwachsen – jetzt gerade mal Sonnenschein und 10 Minuten später Nieselregen –  eben typisch irisch. Die Sonnentage nützen wir natürlich auch um anstehende Arbeiten am Boot zu erledigen.

jetzt ist alles NEU !!

Da war die letzte Maiwoche mal eine rühmliche  Ausnahme, fast nur Sonnenschein und bis zu 30 Grad. Die Iren sind an die Strände gepilgert und waren im Meer schwimmen. Bei Wassertemperaturen  zwischen 15 – 17 Grad nicht gerade unseres, aber wenn sie nicht jetzt ins Wasser gehen wann dann?  Der „Sommer“ ist hier bekanntlich sehr kurz und die Iren scheinbar mit den Robben verwandt. Apropos Robben, auch die lieben die irischen Küsten mit ihrem Fischreichtum.

Ursprünglich wollten wir ja an den Cliffs of Moher vorbeisegeln und dann Richtung Galway, aber bisher war der Wind noch nicht entsprechend und gegen Wind und Welle ankämpfen macht keinen Sinn. Schauen wir halt nächste Saison auf unserem Weg nach Schottland / England ob sich eine Möglichkeit ergibt. Jetzt genießen wir erst mal die Zeit und kosten uns quer durch die irischen Pubs und genießen die sprichwörtliche irische Gastlichkeit mit Musik, Bier und Cider.

Crookhaven

Applecrumble
Applecrumble – eine Sünde wert
Österreich/Wachau – Frankreich/Paris – Belgien/Brüssel (alles Volontäre)

Skull (Schull)

Traditionsboot
Sommerfreuden
und immer Livemusic
SB-Waschmaschinen auf dem Parkplatz
echt praktisch

Castletownbere

das sind akzeptable Preise

Baltimore

Nao Santa Maria/ Spanien
Freitagnachmittag!
die Früchte des Meeres
Baltimore Beacon

Irland

So. 24.05.2026 – wir sind in Irland

Wir haben es nicht so eilig aus Porto wegzukommen, denn der Südwind soll noch zirka 4-5 Tage stabil bleiben und da sind wir dann bereits aus der kritischen Zone raus. Nachdem wir noch genüsslich duschen waren, uns verabschiedet und die Schlüsselkarte im Marinaoffice abgegeben haben, sind wir bei einer schönen leichten Brise aus SO ausgelaufen.

unser frisch repariertes Vorsegel

Obwohl die Atlantikwelle im Gegensatz zu den Tagen zuvor sehr gemäßigt war, hat das Boot bei unserem Vorwindkurs ganz ordentlich gerollt. Untertags ja kein Problem, aber in der Nacht schmeißt es dich glatt aus der Koje. Eigentlich hatten wir noch einen Zwischenstopp in einer der Lagunen bzw. Vigo eingeplant, da der Wind aber so beständig war sind wir dann doch durchgefahren.

und das um 23 Uhr

Gleich nach der Hafenausfahrt hat uns über mehrere Stunden eine Delphinschule begleitet und am nächsten Tag haben wir den Blas eines Wales gehört und gesehen. Leider war er aber ein bisschen schüchtern und ist auf Abstand geblieben.Wir haben nur die Rückenflosse und den Ausstoß gesehen und können nicht mit Bestimmtheit sagen was es für ein Wal war, aber er hatte schon gut seine 10 m. Wir tippen ja am ehesten auf einen Finnwal aufgrund seines Schwimmverhaltens und des Blases. Sehr fischreich dürften hier die Gewässer sein, denn jeden Abend tauchen unzählige Fischerboote auf, die im Morgengrauen dann wieder in ihre Häfen zurückkehren. 

Teardrop of Ireland

Man merkt dass wir schon relativ weit nördlich sind, denn die Sonne geht erst gegen 23 Uhr unter und bereits vor sechs Uhr beginnt es zu dämmern – also kurze Nachtschichten in diesen Breiten. Nach gerade mal sechs Tagen sehen wir dann im Morgengrauen die Westküste Irlands und passieren nach 656 sm den Fastnet Rock, den legendären Leuchtturm sieben Meilen vor der Küste. Auch „Teardrop of Ireland“ genannt, denn es war das letzte Stückchen Heimat das die Auswanderer nach Amerika noch gesehen haben. Unser Ziel ist Crookhaven in der Grafschaft Westcork, ein kleines Dorf in einem tiefen Fjord mit dem altehrwürdigen Pub O’Sullivans. Wir waren schon vor ca. 20 Jahren mal hier und wir können nur sagen – es hat sich hier so gut wie nichts verändert.

Die Bojen sind immer noch frei benutzbar, wenn man nett fragt und den Abend im Pub verbringt. Der Besuch ist voller Erinnerungen – damals waren wir mit einem Charterboot hier. Am Samstagabend ist immer Livemusik und wir natürlich mitten drin. Leider ist damals der Strom ausgefallen und auch nicht wieder gekommen. Man nimmt es hier pragmatisch, stellt Kerzen auf die Tische und das WC, hängt ein Schild auf das die Küche geschlossen ist, gibt bekannt das die Zapfanlage nichtmehr funktioniert und es “nur mehr“ Flaschenbier gibt und alle sind zufrieden. Als Einziger hatte der irische Klampfenzupfer gemeint er kann ohne Verstärker nicht spielen (so groß ist der Pub auch wieder nicht). Ist ja kein Problem, ein Italiener hat sich ans Klavier gesetzt, ein Franzose (hatte große Ähnlichkeit mit Bud Spencer) hat sich zwei Löffel als Percussion geschnappt und wunderbar gesungen und schlussendlich hat sich auch der irische Musiker zum Mitmachen erweichen lassen. Wir hatten alle eine wunderschöne, feuchtfröhliche und vor allem lange Nacht. Der Hammer kam aber danach, denn in der Zwischenzeit hatte der Wind gedreht und somit auch die an den Bojen hängenden Schiffe. Es hat stark geregnet und ganz dichter Nebel (hatte bis dahin nicht gewusst, dass es alle drei Phänomene gleichzeitig geben kann) hatte die Bucht  eingehüllt, sodass man keine zwei Meter weit sehen konnte. So sind alle bedüselten Segler in ihre Beiboote gestiegen und haben ihre Schiffe gesucht, die natürlich nichtmehr dort gelegen sind wo man sie vermutet hatte. Sobald man eines der Schiffe gefunden hatte, hat man den Namen laut gerufen damit sich die Besitzer orientieren können. Ich glaube die Letzten haben ihr Boot erst nach ca. einer halben Stunde “gefunden“.

Tja, das sind Erinnerungen an die man sich gerne erinnert! Über den Rest hüllt man sich dann aber doch lieber in Schweigen.

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